Wallbox-Förderungen

Wallbox-Förderungen: Welche Zuschüsse gibt es für den Kauf einer privaten Wandladestation für Elektroautos?

Spezielle Wallboxen für zu Hause laden ein Elektroauto deutlich schneller auf, als es über eine normale Steckdose der Fall wäre. (Ivan Radic via Wikimedia Commons)

Um den Ausbau der Elektromobilität voranzutreiben, erhielten Privatpersonen und Unternehmen bis vor Kurzem eine umfangreiche staatliche Wallbox-Förderung. Die Förderung für Ladestationen vom Bund ist inzwischen ausgelaufen. Allerdings unterstützen nach wie vor einige Bundesländer, Städte und Gemeinden die Planung, den Erwerb und/oder die Installation privater Wandladestationen. Es lohnt sich also für dich, wenn du dich genau informierst.

Was ist eine Wallbox?

Eine Wallbox ist eine an der Wand montierte Ladestation, über die du dein Elektroauto mit Strom versorgst. Im Gegensatz zu der freistehenden Ladesäule, die in der Regel über zwei Ladepunkte verfügt, ist die Wallbox meist nur mit einem Ladepunkt ausgestattet. Damit ist sie die kleinere und kompaktere Ladelösung und eignet sich vor allem für Hausbesitzer:innen, Bewohner:innen von Wohnanlagen oder kleinere Betriebe mit einem oder zwei Elektroautos. Einige Wallbox-Modelle lassen sich zudem mit der hauseigenen Photovoltaikanlage koppeln, sodass du dein Auto bequem mit selbst produzierten Sonnenstrom laden kannst. 
 

Die Wallbox als Energiespeicher

Es ist natürlich besonders umweltfreundlich, wenn du dein Elektro mit selbst produziertem Sonnenstrom auflädst. Eine moderne Wallbox wie die Produkte des innovativen Unternehmens Amibox GmbH hat aber noch einen weiteren großen Vorteil: Die ambiCHARGE DC-Wallbox ermöglicht das bidirektionale Laden, der Strom kann also in beide Richtungen fließen. Praktisch wird dein E-Fahrzeug auf diese Weise zu einem Energiespeicher. Zum Beispiel abends, wenn du dein Auto gerade nicht brauchst, kann Dein Energieversorger die Energie aus dessen Batterie nutzen, um das Verteilnetz effizient zu stabilisieren und Du bekommst Geld dafür. Allerdings musst du darauf achten, dass auch dein Auto mit dieser modernen Technik ausgestattet ist. Das wird in Zukunft bei immer mehr Modellen der Fall sein.

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Das junge Mainzer Unternehmen Ambibox hat mit der 11 kW DC-Wallbox ein Gleichstrom-Ladegerät für Jede:n entwickelt. Damit können Elektroautos bis zu fünfmal schneller als an einer herkömmlichen Steckdose geladen werden (Foto: Ambibox)

Was kostet eine Wallbox?

Die Kosten für eine Wallbox bewegen sich zwischen etwa 400 und 2.000 Euro – je nach Ladeleistung und integrierter Funktionen. Dazu kommen die Kosten für die Installation, die abhängig von den baulichen Gegebenheiten und der Länge des zu verlegenden Kabels sind. Grundsätzlich gilt: Je mehr Strecke zwischen dem Hausanschluss und der Garage zu überwinden ist und je aufwendiger die Arbeiten ausfallen, desto teurer wird es.

Wenn du über den Kauf einer Wallbox nachdenkst, solltest du dich daher über mögliche Zuschüsse informieren. Denn auch nach Ablauf der bundesweiten KfW-Wallbox-Förderung für Privatpersonen und Unternehmen gibt es immer noch lokale Förderprogramme, die den Ausbau der Ladeinfrastruktur unterstützen. Diese können sich jedoch von Region zu Region unterscheiden.

Warum werden Wallboxen gefördert?

Mit den verschiedenen Wallbox-Förderungen wollen der Bund und andere Akteure die Nutzung von Elektrofahrzeugen attraktiver machen und somit die Energiewende vorantreiben. Laut Bundesregierung sollen bis 2030 mindestens zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Bei diesem Vorhaben kommt der Ladeinfrastruktur eine Schlüsselrolle zu.

 

Welche Arten von Wallboxen werden gefördert?

Grundsätzlich unterscheiden sich Wallboxen hinsichtlich ihrer Ladeleistung, der Ausstattung, dem Bedienkomfort sowie ihrer Konnektivität. Es gibt Wallboxen mit einphasigem und dreiphasigem Anschluss. Die meisten Wandladestationen verfügen jedoch über einen zwei oder drei-Phasen Anschluss. Sie ermöglichen Ladeleitungen von 11 Kilowatt (kW) bis 22 Kilowatt (kW). Einphasige Wallbox-Modelle haben hingegen nur eine Ladeleistung von maximal 4,6 Kilowatt (kW). Sie gelten inzwischen als veraltet und werden in der Regel nicht mehr gefördert.

Welche Wallbox-Modelle gefördert werden, hängt von dem jeweiligen Förderprogramm ab. Oft müssen die Wallboxen bestimmte Anforderungen in puncto Ladeleistung und Steuerung erfüllen, damit sie bezuschusst werden. Für den Erhalt der inzwischen ausgelaufenen KfW-Förderung mussten Wallboxen beispielsweise eine Normalladeleistung von 11 kW aufweisen, intelligent steuerbar sein und ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden, wie Photovoltaik.

Mittlerweile sind viele Förderungen nicht nur an die Wallbox selbst, sondern zusätzlich an zusammenhängende Leistungen wie den Kauf eines Elektroautos, die Errichtung einer Photovoltaikanlage oder die Nutzung von Ökostrom gekoppelt. Über die Details entscheiden die jeweiligen Kommunen oder Unternehmen, die Zuschüsse für Wallboxen gewähren.

 

Die KfW-Förderungen für Wallboxen auf Bundesebene sind ausgelaufen

Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben, startete der Bund im Herbst 2020 ein Förderprogramm. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurden private Wallboxen mit einer Ladeleistung von 11 Kilowatt mit 900 Euro je Ladepunkt unterstützt. Ebenfalls wurden über das nachfolgende Programm KfW 441 Ladestationen für Unternehmen gefördert. Seit Oktober 2021 und Januar 2023 sind jedoch die Mittel für die Förderung mit dem KfW Zuschuss 440 und 441 ausgeschöpft. Eine Neuauflage des KfW-Programms ist nicht in Planung. 

Ende Juni 2023 gab Verkehrsminister Volker Wissing ein umfassendes E-Ladeinfrastruktur-Programm bekannt, das private Ladestationen, die Eigenstromerzeugung mit Photovoltaikanlagen sowie Speicher fördern wird. Das auf 500 Millionen Euro festgelegte Förderprogramm soll laut ARD-Berichterstattung im Herbst 2023 starten.

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Eine typische Ladestation vor einem Wohnhaus in NRW: Das Auto wird aufgeladen, während der Besitzer es gerade nicht benötigt. (Fährtenleser via Wikimedia Commons)

Wallbox-Förderungen durch das Land Nordrhein-Westfalen

Wenn du in Nordrhein-Westfalen (NRW) wohnst, kannst du auch weiterhin beim Kauf einer privaten Wallbox von Förderungen profitieren.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt mit dem Programm „progres.nrw – Emissionsarme Mobilität“ den Erwerb, Einbau und Netzanschluss der privaten Ladeinfrastruktur. Privatleute bekommen pro Ladepunkt einen Pauschalbetrag von 1.000 Euro. Bei der zusätzlichen Installation einer Photovoltaikanlage können sie sogar einen pauschalen Fördersatz von bis zu 1.500 Euro pro Ladepunkt erhalten. Wenn in der Garage oder an den Außenstellplätzen noch kein Stromanschluss für die Wallbox vorhanden ist, übernimmt das Land NRW außerdem 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bis maximal 15.000 Euro. Antragsberechtigt sind hier Eigentümer:innen innerhalb einer Wohneigentumsgemeinschaft sowie Mietende und Vermietende von Immobilien.

 

Voraussetzungen für die Wallbox-Förderung durch das Land NRW

  • Ökostrom-Vertrag oder Erzeugung von Strom mittels einer eigenen Photovoltaikanlage
  • Einbau einer intelligenten, steuerbaren Wallbox, die sich mit anderen elektronischen Geräten vernetzen lässt (bidirektionale Datenübertragungsschnittstelle)

Wallbox-Förderung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg erhältst du über die L-Bank (Staatsbank für Baden-Württemberg) im Zusammenhang mit dem Kauf eines Elektroautos Zuschüsse für die Anschaffung und Installation einer Wallbox. Für den Kauf des Elektroautos gibt es bis zu 1.000 Euro, für die Wallbox bis zu 500 Euro.

 

Voraussetzung für die Wallbox-Förderung durch das Land Baden-Württemberg

  • Der Strom für die Wallbox muss über eine eigene Photovoltaikanalage erzeugt werden.
  • Die Wallbox wird nur im Zusammenhang mit dem Erwerb eines E-Fahrzeuges bezuschusst.
  • Die Förderung bezieht sich nur auf elektrisch betriebene Personenkraftwagen (Pkw), vierrädrige (Leicht-)Kraftfahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Ausgeschlossen von der Förderung sind Fahrzeuge, die eine Spitzenleistung von über 160 Kilowatt ausweisen.
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Viele Kommunen fördern die Ladeinfrastruktur. Dazu gehören öffentliche Ladepunkte (Foto), aber teilweise auch private Wallboxen. (andreas160578 via Pixabay)

Wallbox-Förderungen durch Städte, Stadtwerke und Gemeinden

Neben den Bundesländern bezuschussen auch einige Städte, Gemeinden und Stromanbieter den Kauf privater Wallboxen. Sollte in der nachfolgenden Übersicht kein Förderprogramm für deinen Wohnort dabei sein, lohnt es sich dennoch, regelmäßig lokale Förderangebote zu prüfen, da es hier immer wieder Neuerungen gibt.

Wallbox-Förderung Baden-Württemberg:

  • Stuttgart: Wer mindestens zwei Stellplätze mit Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ausstattet, erhält von der Stadt Stuttgart bis zu 1.000 Euro je neu errichtetem Ladepunkt.

Wallbox-Förderung Bayern:

  • Dachau: Die Stadtwerke Dachau fördern den Kauf einer privaten Ladestation mit einem Pauschalbetrag von 125 Euro. Die Förderung wird mit jeweils 25 Euro über fünf Jahre mit der Stromabrechnung verrechnet.
  • Grünwald: Die Gemeinde Grünwald unterstützt den Ausbau einer privaten Ladeinfrastruktur inklusive Hausanschluss mit einer maximalen Förderhöhe von 3.500 Euro.
  • München: Privatleute erhalten von der Stadt München Fördergelder für die Planung, den Einbau und die Installation von Normal- und Schnellladestationen: Bei der Anschaffung von Normalladestationen (bis 22 Kilowatt) übernimmt die Stadt maximal 40 Prozent der Nettokosten, die Installation von Ladepunkten bezuschusst sie mit bis zu 500 Euro.

Wallbox-Förderung Brandenburg:

Wallbox-Förderung Nordrhein-Westfalen:

  • Düsseldorf: Die Landeshauptstadt unterstützt mit ihrem Programm "Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten" den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur mit maximal 50 Prozent der Gesamtkosten (bei Bestands- und Neubauten in Düsseldorf). Darüber hinaus bezuschusst eine Vielzahl von Stadtwerken in Nordrhein-Westfalen die Anschaffung privater Wallboxen.

Wallbox-Förderung Hessen:

  • Frankfurt: Die Stadtwerke Frankfurt unterstützen ihre Kunden:innen beim Kauf eines Elektroautos mit einem Zuschuss von 500 Euro für eine hauseigene Wallbox (11 Kilowatt).

Wallbox-Förderung Niedersachsen:

Wallbox-Förderung Rheinland-Pfalz:

  • Mainz: Hier fördern beispielsweise die Mainzer Stadtwerke Privatleute beim Kauf einer privaten Wallbox mit bis zu 400 Euro.

Wallbox-Förderung Schleswig-Holstein:

  • Kreis Segeberg: Der Kreis Segeberg unterstützt den Kauf von privaten Wallboxen inklusive der Installation mit bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten.

Weitere Bundesländer:

Derzeit gibt es keine private Wallbox-Förderung im Saarland, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.



Tipp: Es gibt vor allem viele lokale Energieversorger, die den Ausbau der Elektromobilität fördern. Nicht selten dienen diese Angebote dem Zweck der Kundenbindung. Denn wer ein E-Auto fährt, benötigt in der Regel auch mehr Strom. Informiere dich daher genau und schließe nicht voreilig einen Vertrag bei einem Stromanbieter nur aufgrund eines Zuschusses von wenigen Hundert Euro ab.

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Perfekt ist es, Solarenergie mit einer Wallbox zu kombinieren. Hier wird gerade ein Münchner Dach mit Solardachziegeln von Jacobi Walther und Solartechnologie von Autarq gedeckt (Foto: Amelie Niederbuchner, WE SUM GmbH) 

Von der Beantragung der Wallbox-Förderung bis hin zur finalen Installation

Wenn du dich für eine hauseigene Ladestation entschieden hast, fragst du dich womöglich, was du im Hinblick auf den Antrag für Förderung einer Wallbox und ihre Installation beachten musst. Mit diesen Tipps behältst du den Überblick:

  1. 1

    Wenn du bereits alle nötigen Voraussetzungen einer Wallbox abgeklärt hast und ein für deine Bedürfnisse passendes Modell gefunden hast, das vom Land oder der Stadt gefördert wird, solltest du dich unbedingt mit der Antragsstellung vertraut machen. In der Regel muss der Antrag vor dem Kauf gestellt werden.

  2. 2

    Ist der Antrag und damit der Zuschuss für die Wallbox oder Ladestation bewilligt, solltest du deinen Netzbetreiber informieren. Ladestationen mit mehr als 11 Kilowatt sind außerdem genehmigungspflichtig. In den meisten Fällen übernimmt die Anmeldung der beauftragte Elektrofachbetrieb.

  3. 3

    Nun steht der Installation der Wallbox nichts mehr im Wege. Diese darf jedoch nur von einem qualifizierten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.

Wie der Strom am Ende abgerechnet wird, hängt von der Nutzung und den örtlichen Gegebenheiten (Art des Anschlusses) ab.

Lohnt sich der Kauf einer Wallbox für Privatleute auch ohne bundesweite KfW-Förderung?

Der bundesweite KfW-Fördertopf ist zwar leer, doch gibt es immer noch in einigen Regionen lokale Förderprogramme, die die Planung, den Kauf und/oder Installation von privaten Lade-Lösungen fördern. Aufgrund der enormen Bedeutung der Ladeinfrastruktur für den Ausbau der Elektromobilität ist es außerdem gut möglich, dass in Zukunft neue Förderprogramme bewilligt werden.

Unabhängig von der Förderung hat eine Wallbox zu Hause viele Vorteile. So kannst du dein E-Auto beispielsweise laden, während du gemütlich auf dem Sofa sitzt und es ohnehin nicht brauchst. Außerdem ist das Laden zu Hause im Vergleich zu öffentlichen E-Ladesäulen deutlich günstiger, vor allem dann, wenn du den Strom mithilfe einer eigenen Photovoltaikanlage selbst produzierst. Neben dem kostengünstigen Laden punktet die Wallbox außerdem mit einem maximalen Bedienkomfort und einer hohen Ladeleistung. Diese Vorteile zeigen sich auch in der bisherigen Nutzungsbilanz: Neun von zehn Ladevorgängen finden zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. So lohnt sich eine Wallbox im Grunde für alle Fahrer:innen von Elektrofahrzeugen, insbesondere für Privatpersonen mit Eigentum.

Darüber hinaus wird die Wallbox noch eine wichtige Rolle beim bidirektionalen Laden spielen. Das Prinzip ermöglicht den Energieaustausch in zwei Richtungen. In der Praxis sieht das so aus: Elektroautos können Strom sowohl aufnehmen als auch an einen anderen Energiespeicher abgeben. Das an die Wallbox angeschlossene E-Auto könnte somit Energie an das hauseigene Stromnetz abgeben. Damit fungieren Elektrofahrzeuge als eine Art fahrendes Kraftwerk und können das Stromnetz mit Hilfe einer passenden Wallbox stabilisieren. So können sie erheblich zum Gelingen der Energiewende beitragen. Bisher gibt es jedoch noch nicht so viele Elektroautos und Ladestationen, die bidirektionales Laden ermöglichen, doch birgt die Technologie viel Potenzial.

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