Wartung von PV Anlagen: Alle Tipps ☀ Autarq

Wartung PV-Anlage: besser Vorsicht als Nachsicht

Vor dem Netzanschluss ans öffentliche Stromnetz ist eine Abnahme von einem VDE-Elektro-Fachbetrieb immer Pflicht (Foto: Lifestylememory, Freepik)

Ein guter Einstieg in die effiziente Nutzung von Solarenergie fängt mit einer guten Beratung durch Fachhandwerker:innen an. Auch beim Thema Wartung. Anders als bei anderen haustechnischen Systemen wie Warmwasser oder Heizung werden PV-Anlagen oft als wartungsfrei angepriesen. Doch ganz so einfach ist es nicht: Wie bei jeder technischen Anlage sollte eine Wartung der PV-Anlage durch qualifizierte Profis eingeplant werden. Nur so kannst Du sicher sein, dass Du ohne Ausfälle und Leistungseinbußen Solarstrom erzeugen kannst. Wir erklären das Wichtigste rund um die Wartung, Reinigung und das Recycling von Solardachanlagen.

Das Wichtigste zur Wartung von PV-Anlagen im Überblick

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    Solaranlagen sind im Vergleich zu anderen elektrotechnischen Hausanlagen wartungsarm.

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    Bereits vor der Installation der PV-Anlage sollte mit dem Fachbetrieb schriftlich alles zur Wartung, Reinigung und Entsorgung der Solaranlage vereinbart werden.

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    In Deutschland sind keine Wartungsintervalle von elektrischen Energieerzeugungsanlagen durch den Gesetzgeber vorgeschrieben.

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    Versicherer geben Empfehlungen auf Grundlage von technischen Normen und Richtlinien.

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    Es sollte mindestens eine Wartung innerhalb des gesetzlichen Gewährleistungszeitraums von zwei Jahren erfolgen, ideal ist eine Wartung alle vier Jahre.

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    Zusätzlich zu den technischen VDE-Normen müssen die Hinweise des jeweiligen Herstellers der Solartechnik bei der Wartung beachtet werden.

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    Wartungskosten sollten in der Kalkulation der Wirtschaftlichkeit der Solaranlage mit einem bis 1,5 Prozent der Anschaffungskosten angesetzt werden.

Wartung PV-Anlage: An was sollte ich vor der Installation denken ?

Alle Expert:innen sind sich in einem Punkt einig: Solaranlagen sind an sich sehr wartungsarm im Vergleich zu anderen elektrotechnischen Anlagen. Gleich ob PV-Aufdachanlage oder Solardachziegel. Auch wenn sich die Wartungsanfälligkeit beim Einsatz sogenannter Leistungselektronik auf dem Dach (Mikrowechselrichter oder Optimiser) exponentiell erhöht.

Es gilt jedoch die goldene Regel: Wer sich vorher Gedanken um mögliche Ausfälle der Technik der Solaranlage macht, fährt auf Dauer besser bei den Kosten und Erträgen aus der Sonnenenergie.

“Grundsätzlich zeichnen sich Solarmodule durch eine sehr hohe Robustheit und geringere Alterung aus. Aus diesem Grunde werden sie seit Jahrzehnten auch im Weltraum zur Energieversorgung von Satelliten und in allen Klimazonen der Erde eingesetzt. Viele der ersten Solarstromanlagen aus den 80er und frühen 90er Jahren funktionieren noch heute“, erläutert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW Solar). 

Trotzdem solltest Du bereits vor der Installation, bei der Planung mit Hilfe eines qualifizierten Handwerksbetriebes oder eines Solateurs an die spätere Instandhaltung deiner PV-Anlage während des Betriebs denken. Der Industrieverband BSW Solar rät Verbraucher:innen bereits vorab in einem Wartungsvertrag mit dem Installationsbetrieb oder einem Fremddienstleister, z.B. eine jährliche Kontrolle der PV-Anlage samt Kosten klar zu regeln. 

Versicherungs-Sachverständiger Eckhart Fleiß empfiehlt nur zertifizierte Produkte vom Fachbetrieb zu wählen. 

Fleiß ist zertifizierter Sachverständiger der VdS Schadenverhütung GmbH, Europas größtem Institut für Unternehmenssicherheit und eine 100-prozentige Tochter des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Als Sachverständiger gibt er Privatleuten den Tipp, die Richtlinie VdS 3145 „Photovoltaikanlagen“ als Anforderung an den Handwerksbetrieb zu geben und gleich beim Kauf der Anlage zum Vertragsbestandteil zu machen. “Die Richtlinie erleichtert die Anwendung der allgemeinen Regeln der Technik sehr, und wenn ihre Umsetzung vom Errichter bescheinigt wird, hat man auch gegenüber der Versicherung Vorteile." 

Das Inbetriebnahmeprotokoll des Solarteurs oder der Solarteurin ist der Nachweis einer “ordnungsgemäßen Installation und des ordnungsgemäßen Zustands einer Photovoltaikanlage” nach den gesetzlichen Vorgaben. Es ist essentiell wichtig für die spätere richtige Wartung und Prüfung der PV-Anlage.

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    Der Solateur:in muss die PV-Anlage vor der erstmaligen Inbetriebnahme nach gültigen VDE-Normen prüfen und alles in einem Prüfbericht dokumentieren:

    • auf der Wechselstromseite (AC) - nach DIN VDE 0100-600
       
    • und auf der Gleichstromseite (DC) - der PV-Anlage - nach DIN EN 62446 (VDE 0126-23-1)

Lass dir als Nachweis also eine Kopie des Prüfprotokolls aushändigen. Sachverständige raten in der Regel dazu, nur PV-Fachbetriebe zu wählen, die selbst diese Prüfungen nach den DIN-Richtlinien vornehmen und nicht nach der Installation einen dritten Dienstleister  beauftragen. 

Außerdem solltest du vorab mit deinem Gebäude- oder Photovoltaik-Versicherer abklären, ob eine regelmäßige Wartung für den Versicherungsschutz der PV-Anlage erforderlich ist. Nähere Infos findest du dazu in dem Kapitel “Wartung PV-Anlage - Sicht der Versicherungen” weiter unten. 

Wie Du eine:n professionelle:n Solarteur:in findest, erklären wir in diesem Artikel.

Gibt es eine Wartungspflicht für PV-Anlagen?

Nein, als privater Betreiber einer Solaranlage auf deinem Hausdach, sei es mit Solardachziegeln als gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) oder mit einer klassischen PV-Aufdachanlage, gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Wartung. 

Anders sieht es aus, wenn Du als sogenannter Prosumer gewerblich den Strom aus der Sonnenenergie vermarkten möchtest. 

Der Gesetzgeber hat im Januar 2023 alle Anlagen bis 30 kWp - beziehungsweise 15 kWp pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern - von der Gewerbesteuer befreit. Keine Gewerbesteuerpflicht heißt theoretisch keine Wartungspflicht. Ist die installierte Fläche größer, muss zwingend eine Wartung der Anlage nach den VDE-Kriterien erfolgen. 

Der Umfang der Wartung und die zeitlichen Abstände sind in Deutschland - anders als in anderen europäischen Ländern - gesetzlich nicht klar geregelt. Die maßgebliche technische Norm lautet “DIN VDE 0105-100/A1”. Sie regelt den Betrieb elektrischer Anlagen und empfiehlt eine regelmäßige Wartung aller Teile im Abstand von vier Jahren. Das Einhalten von VDE-Normen ist bei Streitfällen vor Gericht maßgeblich, zum Beispiel bei möglichen Leistungseinbußen gegenüber Versicherungen, Installateuren und Herstellern deiner Solaranlage. 

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    Wichtigste DIN-Normen für Wartung & Betrieb von PV-Anlagen

    • DIN VDE 0100-712: Oktober 2016 (Errichten von Niederspannungsanlagen- Teil 7-712 Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Photovoltaik (PV)-Stromversorgungssysteme)
       
    • DIN EN 62305-3 Beiblatt 5: Feb 2014 (Blitzschutz Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen; Beiblatt 5: Blitz- und Überspannungsschutz für PV- Stromversorgungssysteme.
       
    • DIN EN 62446-2: August 2021 (Netzgekoppelte Photovoltaiksysteme
      – Mindestanforderungen an Systemdokumentation, Inbetriebnahmeprüfung und wiederkehrende Prüfungen)
       
    • DIN VDE 105-100/A1: Betrieb elektrischer Anlagen, Änderung Wiederkehrende Prüfung

Diese Normen hat der VDE für den Bereich Elektrotechnik in Deutschland erstellt (Quelle: Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. ). 

 

Der VDE harmonisiert die einzelnen nationalen, europäischen und internationalen Normen, die für die Photovoltaik - als Teil des Bereichs Elektrotechnik - relevant sind. Für den einzelnen Laien oft schwer überschaubar, bilden die VDE- und EN-Normen die technischen Regeln zum sicheren Betrieb einer PV-Anlage. Allgemein werden DIN-Normen vom Deutschen Instituts für Normung (DIN) und der International Electrotechnical Commission (IEC) oder International Organization for Standardization (ISO) erarbeitet. In Europa werden die EN-Normen angewandt. Die europäischen Normungsorganisationen, CEN und CENELEC, sind dabei federführend.  Du kannst die vollständigen Normtexte einzeln und kompakt beim VDE Verlag käuflich erwerben.

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Carsten Körnig ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (Foto: BSW)

"Nahezu alle Hersteller von Solarmodulen schreiben die Anforderungen an Wartung und Reinigung in ihre Handbücher; “ erläutert BSW Geschäftsführer Carsten Körnig. Nur in welchem Umfang und wann ist nicht einheitlich geregelt. Die Vorschriften des VDE - Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik - sind vage: Sie schreiben eine Prüfung nur in geeigneten Zeitabständen vor.   

Konkret bedeutet dies, dass du immer die technischen Normen, Versicherungsbedingungen sowie die Hinweise der Hersteller der Solartechnik bei der Wartung beachten musst. Schau also vor dem Kauf in das technische Datenblatt der Solarmodule und lass Dich von zertifizierten Expert:innen zur Wartung beraten.

Wartung PV-Anlage - Sicht der Versicherungen

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GdV) erarbeitet mit dem Verband der Sachversicherer (VdS) Richtlinien für Anlagen und Produkte, aufgrund von vergangenen Schadensfällen. Diese VdS-Richtlinien sind Maßnahmen zum Personen-, Sach- und Gebäudeschutz im Sinne der Schadensverhütung.

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Die Versicherungswirtschaft gibt in Deutschland die Richtlinien zum Betrieb von Photovoltaikanlagen auf Häusern vor  (Foto: Autarq)

Zum Thema Wartung gibt es seitens der Versicherungswirtschaft momentan zwei wichtige Richtlinien: der Technische Leitfaden “Photovoltaik” (VDS 3145) -zuletzt 2017 überarbeitet  - und die 2023 erstellte Richtlinie “Photovoltaikanlagen auf Dächern mit brennbaren Stoffen” (VDS 6023). 

 

Im technischen Leitfaden “Photovoltaik” (VDS 3145) werden folgende Fristen für die wiederkehrende Wartung von PV-Anlagen empfohlen:

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    Einmal pro Jahr : Sichtprüfung von einem PV-Fachbetrieb von

    • Schäden durch Witterungseinflüsse & Tieren 
       
    • Schmutz, Ablagerungen (z.B.Vogelkot), Anhaftungen, Pflanzenbewuchs 
       
    • Risse im Dach, Abdichtungen 
       
    • Standfestigkeit der Anlage & Rostschäden am Montagesystem 
       
    • Kontrolle der Schutzeinrichtungen ( z.B. Feuer-Notauschalter, Überspannungsschutz) 
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    mindestens alle 4 Jahre: erneute Komplettprüfung nach DIN EN 62446-1 (VDE 0126-23-1)

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    mindestens alle 5 Jahre: eine Überprüfung der Blitzschutzanlagen

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Nicht jedes Dach ist von Anfang an ideal geeignet : Der GDV hat neue Richtlinien für Solaranlagen auf Dächern mit brennbaren Stoffen  (Foto: Jack Price-Burns, Unsplash)

Für Solaranlagen auf Dächern mit brennbaren Stoffen sieht die neuen Leitlinie (VDS 6023) häufigere Wartungsintervalle vor:

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    Halbjährliche Sichtkontrolle der Module durch einen Fachbetrieb

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    Sichtkontrollen nach besonderen Ereignissen, wie z.B. Stürme

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    Jährliche Thermografie der Solaranlage

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    mindestens alle vier Jahre eine komplette Messtechnische Überprüfung der gesamten Anlage

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    Wartung der PV-Anlage muss unterstützt werden durch digitale Monitoring-Systeme (z.B. PV-Datalogger), die wesentliche Betriebsdaten konituierich aufzeichnen und Störungen z.B. an die Feuerwehr bei Brandgefahr automatisch weiterleiten

Brandschutz bei Solaranlagen: Welche Gefahren und Bestimmungen du kennen solltest

Werden diese Wartungsempfehlungen nicht eingehalten, kann es im Schadensfall sein, dass dein Versicherer wegen einer grob fahrlässigen Verletzung von vertraglichen Sorgfaltspflichten die Entschädigung kürzen kann. Eventuell kannst Du aber auch bares Geld sparen: durch das Verhindern von Ertragsausfällen und niedrigeren Versicherungsprämien in der Gebäudeversicherung. Du solltest daher genau das Kleingedruckte der Vertragsbedingungen deiner Wohngebäudeversicherung oder der separaten Photovoltaik-Elektronik-Versicherung zum Thema “Wartung” lesen.

Momentan arbeiten die Versicherer laut GDV-Experte Thomas Langer zusammen mit der Solarindustrie an einer Neuauflage der VDS für Solaranlagen. Sie soll mehr Empfehlungen für technische Neuerungen, wie gebäudeintegrierte Photovoltaik, Solardachziegel oder PV-Balkon-und Fassadenanlagen, enthalten. 

Welche Vorteile bietet eine Wartung von PV-Anlagen?

Trotz der vielen heute erhältlichen Online-Tools, die eine Fernwartung und ein Ertrags-Monitoring aus der Ferne ermöglichen, ist es für Susanne Jung - Geschäftsführerin des unabhängigen Solarfördervereins (SFV e.V.). klar: Ohne eine Wartung vor Ort geht es nicht. Zur Überprüfung von regional üblichen Werten bietet der Verein eine Ertrags-Datenbank an.

“Schleichende Schäden werden bei den schwankenden Erträgen einer PV-Anlage nicht sofort sichtbar und können so mittelfristig zu Ertragseinbußen, aber auch zu Sicherheitsrisiken führen.Wir empfehlen daher regelmäßige Inspektionen, erstmals im Zeitraum der gesetzlichen Gewährleistung von zwei bis fünf Jahren", erläutert Jung.

Wichtige Gründe für eine Wartung sprechen:

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    Bleibt ein Riss in einer Solarzelle unentdeckt, kann dies dazu führen, dass die PV-Anlage keine maximalen Erträge liefert und sich die Kosten nicht amortisieren. 

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    Vermeiden von Streit mit Versicherern und Herstellern bei Produkt- und Leistungsgarantie bei Schäden und geringeren Erträgen.

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    Kleinere Schäden durch Überspannungen infolge von Blitzschäden sind ohne Diagnosegeräte schwer zu erkennen. Im schlimmsten Fall kann so eine Brandgefahr und ein Sachschaden entstehen.

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    Wartungsprotokolle machen es Solarteur:innen leichter, Defekte aufzuspüren, was später kostspielige Reparaturen vermeiden kann.

In welchen Monaten sollte eine PV-Anlage gewartet werden ? 

Die meisten Experten empfehlen eine Wartung im Winter oder im Frühjahr, wenn zum Beispiel auch eine Reinigung angesetzt wird. Für eine Wartung im Frühjahr spricht, dass so vor der sonnenintensiven Zeit die PV-Module auf Schäden durch Witterungseinflüsse wie Schneelast, Hagel oder Sturmböen untersucht werden können. Vom Boden aus lassen sich Verfärbungen an Modulen, Schmutz und Schäden gut erkennen. Der Solarförderverein rät jedoch, nicht ohne Absicherung und ohne professionelle Kenntnis auf das eigene Hausdach zu steigen, sondern dies Fachleuten zu überlassen.

Was wird bei der Wartung von PV-Anlagen geprüft und repariert?

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    Solarmodule

    sollten auf festen Sitz, undichte Stellen und Hot Spots überprüft werden. Bei eventuellen Verschmutzungen, z.B. durch Vogelkot, solltest du auch eine professionelle Reinigung der PV-Module auf dem Dach erwägen.

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    PV-Montagesysteme

    leiden vor allem in Regionen mit starker Windbelastung. Starke Niederschläge können zudem eine Korrosion des Montagesystems nach sich ziehen. Je flacher das Hausdach, desto wichtiger ist die Kontrolle auf defekte Dachschindeln und Befestigungshaken der Solarmodule, aufgrund der höheren Windlast.

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    Solarkabel

    sind robust, können jedoch aus der Halterung gerissen werden oder sich zumindest lockern. Lockere oder beschädigte Verbindungen können zu Sicherheitsproblemen (Standfestigkeit, Windhöffigkeit) und Leistungsverlusten führen. Die Gefahr von Gleichstrom-Lichtbögen und Kabelbränden wächst. Außerdem kommt es immer wieder vor, dass Marder die Kabelummantelung anknabbern, was zu brandgefährlichen Lichtbögen führen kann.

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    Ebenso sollten der Blitzschutz und alle in der Anlage verbauten Leistungsoptimierer wie Mikrowechselrichter überprüft werden.

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Auf der Suche nach Hotspots in PV-Modulen: Nur eine regelmäßige Kontrolle der PV-Anlage mit qualifizierten Fachkräften bietet Schutz vor Ertragseinbußen (Foto: Freepik )

Auch Inhouse-Komponenten sollten regelmäßig kontrolliert werden:

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    Wechselrichter

    sind sensible Geräte. Neben regelmäßigen Aktualisierungen der Software sollten auch die Kabelsteckverbindungen überprüft werden. Nicht nur Feuchtigkeit und Staub, sondern auch Temperaturschwankungen und die elektrische Last setzen den Geräten zu. Außerdem sollte regelmäßig die korrekte Funktionsweise des Wechselrichters dokumentiert werden. Neuere Wechselrichter haben integrierte Lichtbogen-Detektoren (LBD), welche die Anlage stromlos schalten.

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    Die Herstellergarantie beträgt in der Regel zwei bis fünf Jahre. Meistens erreichen Wechselrichter eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Du solltest daher bei einer Lebensdauer der PV-Anlage von 30 Jahren mindestens einmal die Kosten für den Austausch des Wechselrichters einrechnen.

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    Einspeisezähler

    müssen wie alle Zähler regelmäßig geeicht werden. Dafür ist immer der:die Eigentümer:in verantwortlich.

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    Stromspeicher

    sind regelmäßig auf ausreichende Kühlluftzufuhr und Warmluftabfuhr zu überprüfen.

Was ist bei der Wartung von Solardachziegeln zu beachten?

Nicht viel, falls die Installation fachgerecht nach Herstellervorgaben durchgeführt wird. Solardachziegel-Systeme mit Autarq Technologie sind laut Geschäftsführer Kai Buntrock “dachseitig wartungsfrei und verursachen keine laufenden Kosten”. Aufgrund der Parallelschaltung der Ziegel in Paaren, die dann per “robusten Steckkontakt-Verbindungen zum eigens entwickelten parallel geschalteten Kabelbaum” geführt werden, gebe es keine Gefahr von Hot Spots und brandgefährlichen Lichtbögen. Zudem wird vollständig auf Leistungselektronik auf dem Dach verzichtet.

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Die Solarziegel von Autarq können auf Holzlatten direkt verlegt werden (Foto: Autarq Magazin)

Die von Autarq zusammen mit dem Dachziegelhersteller Creaton und Jacobi Walther entwickelten Solardachziegel-Lösungen sind nach der Feuerschutzklasse “EN 13501-5” mit der Brandschutznorm “BROOF (t1) harte Bedachung” als “nicht brennbar” klassifiziert. 

Solardachziegel wie die von Autarq erzeugen Gleichstrom nur im Niederspannungsbereich von maximal 120 Volt. „Es gibt dadurch keine Personengefährdung durch Stromschlag“, sagt Buntrock. Der verbaute Wechselrichter, der ebenfalls von Autarq mitgeliefert wird, verfüge über die übliche automatische Abschaltung bei Überspannungen. 

Solardachziegel: Effizient, attraktiv, fortschrittlich - und einfach zu verlegen

Besonders die Steckverbindungen zwischen den einzelnen Solardachziegeln gelten unter den Sachverständigen aufgrund der vielen elektrischen Kontaktstellen als anfällig für Störungen. 

„Bis jetzt haben wir keine besonderen Regeln für Solarziegel bei Wartung und Versicherung, da das Produkt noch sehr neu auf dem Markt ist“, erläutert Thomas Langer vom GDV. Bisher werden Solardachziegel vom GDV als gebäudeintegrierte Photovoltaik-Lösung (BIPV) wie andere Photovoltaik-Produkte gleich behandelt. 

“Das Risiko ist nicht so hoch wie oft behauptet, auch wenn es in der Entwicklungsphase von Solardachziegel Brände gab. Die Elektrik ist gut vor Witterungseinflüssen im Kabelbaum unter dem Dach geschützt”, erläutert Harry Wirth, Bereichsleiter Strom beim Fraunhofer ISE. 

Ein Problem bei BIPV Lösungen sieht Wirth, eher bei „einer möglichen Oxidation durch Feuchtigkeit der elektrischen Verbindungen, die Lichtbögen zur Folge haben könnten.“ 

Dies hält Cornelius Paul von Autarq für sein Produkt für unwahrscheinlich: “Da das Autarq System durchgängig mit Strömen und in Spannungsbereichen arbeitet, die bedeutend geringer sind, als in alternativen Lösungen können Lichtbögen im Autarq-System quasi gar nicht erst entstehen.” erklärt er. 

Seitens der Garantie haften bei Solardachziegel die Ziegelhersteller Creaton und Jacobi Walther für die Ziegel, die Dachdecker für die fachgerechte Installation des Daches und Autarq für die Leistung, Qualität und Sicherheit des patentierten Kabelbaums, welcher die Photovoltaik-Funktion ermöglicht. 

Garantie Solarmodule: Sorgenfrei in die solare Zukunft 

Sachverständige sehen die Kabelführung ins Unterdach bei BIPV-Lösungen als Schwachstelle für mögliche Überspannungsschäden der Elektronik und die Entstehung von Gleichstrom-Lichtbögen. Die Vielzahl an elektrischen Steckverbindungen zwischen den Solarziegel könnte Ertragsausfälle verursachen.

Was kostet eine PV-Anlagen-Wartung?

Sofern nicht anders vereinbart, hast du die Kosten für die Wartung selbst zu tragen. Eine offizielle Empfehlung zur maximalen Höhe der Wartungskosten gibt es nicht. Die meisten Expert:innen empfehlen, für die Wartungskosten der Solaranlage jährlich zwischen 1 und 1,5 Prozent der Anschaffungskosten anzusetzen.  Die Stiftung Warentest bietet einen Rechner, mit dem Solaranlagen Kosten an Rechenbeispiele durchgespielt werden können. Das Photovoltaikforum empfiehlt, in dem Wartungsvertrag mindestens 150 bis 200 Euro pro Jahr zu veranschlagen - ohne Reinigungs-und Materialkosten. 

Schließt Du einen Wartungsvertrag separat ab, weil du bestimmte Arbeiten, wie zum Beispiel die Baumpflege oder Reinigungen - gemäß Herstellerempfehlungen - selbst in die Hand nehmen willst, kann es sich finanziell lohnen, keinen festen Wartungsvertrag abzuschließen. Vor allem, wenn du mit Hilfe einer Ertragsmanagement-Software deine Solarstromerträge regelmäßig überwachst und schnell Schwankungen selbst entdecken kannst. 

Der Solarförderverein SFV e.V. bietet einen Service, bei dem Du das Angebot des Solarteurs oder der Solarteurin vor Vertragsabschluss gerade auch bei kniffligen Fragen zur Installation und Wartung juristisch per E-Mail prüfen lassen kannst. Grundsätzliche Preisempfehlung für Wartung und Reinigung gibt es vom Solarförderverein nicht.

Muss eine PV-Anlage regelmäßig gereinigt werden?

Es kommt ganz auf die lokalen Gegebenheiten an. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE hat herausgefunden, dass sich PV-Dächer mit einem Neigungswinkel ab 15 Prozent durch Regenwasser selbst von Staub und Laubblättern reinigen. 

Problematische Ablagerungen können entstehen durch lokale Effekte wie Laubabwurf, Vogelkot, Staub von Baustellen oder aus der Landwirtschaft, Ruß aus nahen Schornsteinen, durch regionale Effekte wie Pollenflug oder überregionale Effekte wie Saharastaub-Ereignisse.

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Forschung mit Detail-Fokus: Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Foto: Fraunhofer CSP)

Das Fraunhofer Institut CSP und der BSW Solar raten unbedingt davon ab, chemische Reinigungsmittel einzusetzen. Falls möglich und nötig, sollte der Betreiber die Anlage mit kaltem Wasser vorsichtig mit einem Schwamm reinigen oder einen Fachbetrieb beauftragen.

Wie werden PV-Module entsorgt? Wie werden Solardachziegel entsorgt?

Harry Wirth vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE erwartet einen Boom an Recycling-Anbietern und Lösungen in den nächsten fünf Jahren. Dann wird eine große Anzahl an PV-Dachanlagen ein Ende der zwanzigjährigen Förderdauer nach dem EEG erleben. Entweder können die PV-Anlagen dann als funktionsfähige Second-Life-Solaranlage weiter kostengünstigen Solarstrom erzeugen. Oder sie müssen entsorgt und recycelt werden.

Solarziegelhersteller Autarq hat eine Partnerschaft im Recycling mit dem Schwesterunternehmen Flaxres GmbH, die ein neuen Prozess zum Downcycling  von Verbundwerkstoffen aus PV-Modulen entwickelt hat. Dabei setzt Flaxrex auf die Zerlegung von PV-Modulen durch einen “kurzen, sehr hoch intensiven Lichtimpuls” in einer in Überseecontainern eingebauten Anlage”. So sollen laut Flaxres mobil international “riesige Solarfelder, wie sie beispielsweise in China, den USA oder Indien vorzufinden sind”, vor Ort umweltfreundlich und ohne Transportkosten wiederverwertet werden. 

Nach Schätzungen des Fraunhofer Instituts CSP werden in diesem Jahr circa 10.000 Tonnen alter PV-Module auf dem Recyclingmarkt landen. Ab 2030 werden es bereits mehr als 500.000 Tonnen sein. Mit den Hauptbestandteilen Glas, Aluminium und Silizium können bei den Standard-Modulen über 95 Prozent der Modulanteile wiederverwendet werden.

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Wer trägt die Kosten der C02-Bilanz ? Bisher können fast 95 Prozent der Materialien in PV-Module recycelt werden. Das Magdeburger Startup Solar Materials will die Quote mit lokalen digitale gestützten Recycling-Prozessen auf 98 Prozent erhöhen (Bild: Freepik)

Photovoltaikmodule und PV-Wechselrichter unterliegen dem Gesetz für Elektroaltgeräte (ElektroG). Haben sie das Ende ihrer Produktlebensdauer erreicht, müssen sie in einem geordneten Prozess gesammelt und verwertet werden – wie Computer oder andere Elektrogeräte. 

Für diese Geräte greifen die Vorschriften der Europäischen Union (WEEE-Richtlinie): Der Hersteller muss die Entsorgung von 80 Prozent des Gewichts der PV-Anlage übernehmen. 

Daher empfehlen alle Expert:innen, schon bei der Montage den Abtransport der Solarmodule klar zu regeln, um spätere Kosten zu vermeiden. Bei größeren Mengen sind die Hersteller verpflichtet, angemessene Möglichkeiten zur Rückgabe zu schaffen. Eine weitere Option ist die kostenpflichtige Abholung durch die Organisation PV-Cycle. Sind PV-Module beschädigt, können sie in haushaltsüblichen Mengen kostenfrei im Wertstoffhof der Kommune abgegeben werden. Mit den Hauptbestandteilen Glas, Aluminium und Silizium können bei den Standard-Modulen über 95 Prozent der Modulanteile wiederverwendet werden.

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