Abschreibung PV: Infos für Privatpersonen ☀ Autarq

Abschreibung PV: So kannst du deine privat betriebene Solaranlage von der Steuer absetzen

PV-Anlage abschreiben und Steuern sparen – das gelingt bei Anlagen mit einer bestimmten Mindestleistung auch 2023. (Foto: Hildwin via Wikimedia Commons)

Eine Photovoltaikanlage ist nicht nur eine Möglichkeit, nachhaltig Strom zu erzeugen und somit effektiv zur Energiewende beizutragen. Solarlösungen sparen auch Energiekosten. Durch die Einspeisevergütung fließt zudem Geld in deine Kasse, wenn du überschüssigen Strom dem öffentlichen Netz zur Verfügung stellst. Mit der EEG 2023 hat der Bund umfassende Steuererleichterungen beschlossen. Doch wie sieht es nun mit der Möglichkeit zur Abschreibung einer PV-Anlage aus? Kannst du die Anschaffungskosten auch 2023 von der Steuer absetzen und welche Optionen bietet der Fiskus für die Photovoltaik-Abschreibung von Privatpersonen? Wir haben alle Fakten und Tipps zur Abschreibung von PV-Lösungen für dich zusammengestellt.

Abschreibung PV: Was versteht man eigentlich unter einer Abschreibung?

Der Begriff der Abschreibung stammt aus dem Rechnungswesen. Er beschreibt die Wertminderung eines Gegenstands, einer Immobilie oder des Anlagevermögens im Laufe der Zeit. Diese Minderung wird buchhalterisch erfasst, um den sinkenden Vermögenswert widerzuspiegeln. Kurz gesagt, handelt es sich bei der Abschreibung um eine Methode, den Wert einer Anschaffung buchhalterisch zu verringern. Für Unternehmen mindert das den zu versteuernden Gewinn. Abschreibungen tragen in Betrieben und Organisationen somit zur Steuerersparnis bei und das ist nicht nur im gewerblichen Bereich der Fall.

Auch Privatpersonen können abschreiben. Relevant ist das Mittel im Allgemeinen bei der Anschaffung kostspieliger Arbeitsmittel. Übersteigt deren Wert eine bestimmte Grenze, werden die Kosten gleichmäßig auf mehrere Jahre aufgeteilt und in der Steuererklärung als Aufwendungen aufgeführt. Das senkt deine Steuerlast. Du kannst aber nur beruflich genutzte Güter in deiner Steuererklärung geltend machen. Abschreibungen für private Anschaffungen sind nicht möglich. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Außer für Arbeitsmittel ist die Abschreibung auch für Photovoltaikanlagen möglich. Die Anschaffungskosten lassen sich unter bestimmten Umständen über mehrere Jahre steuerlich geltend machen und senken so das zu versteuernde Einkommen. Seit 2022 ist das jedoch nicht mehr für alle Anlagen möglich. Ob du deine PV-Anlage abschreiben kannst, entscheiden vor allem zwei Faktoren: die Größe beziehungsweise Leistung der Installation und der Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Tipp: In diesem Magazinartikel erfährst du mehr über die Kosten von PV-Anlagen.

Wie kann ich eine privat betriebene PV-Anlage abschreiben, die ich bis Ende 2022 installiert habe?

Rückwirkend zum 1. Januar 2022 traten erste Bestimmungen des Erneuerbaren Energie Gesetzes (EEG 2023) in Kraft. Teil des Gesetzespakets ist der Wegfall der Einkommensteuer auf die Einspeisevergütung. Sie gilt für Erträge aus Solaranlagen mit weniger als 30 Kilowatt Peak (kWp). Damit fällt automatisch auch die Möglichkeit zur Abschreibung weg.

Anders sieht es bei der Abschreibung der Anschaffungskosten aus. Für Lösungen mit Installationsdatum bis Ende 2022 gilt, dass sich die Aufwendungen  nur dann abschreiben ließen, wenn die Anlage gewerblich betrieben wird, sprich, überschüssige Energie in das öffentliche Netz fließt. Privatnutzer profitieren von der Abschreibungsmöglichkeit, wenn mindestens 50 Prozent Einspeisung vorgenommen wird. Davon abweichende Regelungen sind für PV-Anlagen anzuwenden, die nach dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen wurden.

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Auch für PV-Lösungen mit Solardachziegeln, wie hier auf einer Immobilie in Konstanz am Bodensee, lassen sich die Anschaffungskosten unter bestimmten Umständen beim Finanzamt geltend machen. (Foto: Autarq)

Wie erfolgt die Abschreibung meiner privaten PV-Anlage, die ich ab 2023 installiert habe?

Auch die Umsatzsteuer – im Allgemeinen auch als Mehrwertsteuer bezeichnet – unterliegt den Gesetzesänderungen aus dem EEG 2023. Seit dem 1. Januar 2023 fällt demnach keine Umsatzsteuer für auf Wohnhäusern montierte Photovoltaikanlagen sowie auf Batteriespeicher an. Weiterhin sparst du die Einkommensteuer auf die Einspeisevergütung und deinen Eigenverbrauch. Eine PV-Anlage abzuschreiben, ist somit nicht mehr möglich – jedenfalls nicht für Installationen bis 30 kWp.

Leistet deine PV-Anlage mehr als 30 kWp, ist die Abschreibung nach wie vor ein Mittel zum Steuernsparen. Du kannst zwischen drei Methoden wählen:

  • lineare Abschreibung
  • Investitionsabzugsbetrag
  • Sonderabschreibung

Bis Ende 2022 bestand darüber hinaus die Möglichkeit der degressiven Abschreibung. Gut zu wissen: Für die Abschreibung einer PV-Anlage mit Speicher werden die Anschaffungskosten der Anlage zugeordnet, sofern du beide Komponenten gemeinsam kaufst und montieren lässt. Bei einer Nachrüstung verteilst du die Kosten für die Speicherbatterie auf die verbleibende Abschreibungszeit.

Wie funktioniert eine lineare Abschreibung meiner PV-Anlage mit mehr als 30 Kwp Leistung?

Bei einer linearen Abschreibung verteilen sich die Anschaffungskosten von Gütern gleichmäßig über einen festgelegten Zeitraum. Die Dauer der Abschreibung bestimmter Güter ist in der AfA-Tabelle festgelegt. AfA steht für “Absetzung für Abnutzung”. Die jeweilige Dauer variiert mit der gewöhnlichen Nutzungsdauer. Für die Abschreibung von Solaranlagen wird eine Nutzungsdauer von 20 Jahren zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass sich in jedem Jahr 5 Prozent der Anschaffungskosten steuerlich geltend machen lassen. 

Ein Beispiel einer linearen Abschreibung von PV-Anlagen: Die Installation deiner Photovoltaikanlage hat Kosten von insgesamt 25.000 Euro netto verursacht. Das führt zu einer PV-Abschreibung von 1.250 Euro im Jahr.

Wie funktioniert eine Abschreibung meiner PV-Anlage (über 30 kWp) per Investitionsabzugsbetrag (IAB)?

Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) für Photovoltaik kann eine interessante Alternative sein, wenn du freiberuflich oder als Kleinunternehmer tätig bist. Wählst du den Investitionsabzugsbetrag für die Photovoltaiklösung, kannst du im Jahr der Anschaffung bereits 50 Prozent des Nettokaufpreises steuerlich geltend machen. Die Voraussetzung ist, dass die Anlage zu mehr als 90 Prozent gewerblich genutzt wird.

Wie funktioniert die IAB-Abschreibung der PV-Anlage im Detail? Eine Beispielrechnung: Ziehen wir abermals Anschaffungskosten in Höhe von 25.000 Euro heran, kannst du 12.500 Euro als IAB für die PV-Anlage geltend machen. Dieser Betrag wird von deinen Jahreseinkünften abgezogen, wodurch deine Gesamtsteuerlast sinkt. Die restliche Summe in Höhe von 12.500 Euro schreibst du über den definierten Zeitraum der verbleibenden 19 Jahre zu jeweils 5 Prozent ab.

Gut zu wissen: Der Investitionsabzug lässt sich bereits bis zu drei Jahre vor dem tatsächlich getätigten Kauf geltend machen. Im Jahr der Anschaffung wird der Betrag wieder dem Gewinn zugerechnet.

Wie funktioniert eine Sonderabschreibung meiner PV-Anlage mit über 30 kWp Leistung?

Sonderabschreibungen für PV-Anlagen sind vor allem für Unternehmen interessant. Sie erlauben es, unabhängig vom Investitionsabzug jährlich bis zu 20 Prozent der Anschaffungskosten über einen Zeitraum von 5 Jahren steuerlich geltend zu machen. Dabei ist die Aufteilung flexibel. Der nach fünf Jahren verbleibende Restbetrag wird linear abgeschrieben.

Was ist eine degressive Abschreibung?

Bei der degressiven Abschreibung von PV-Anlagen schreibst du in den Anfangsjahren einen höheren Prozentsatz der Anschaffungskosten ab, in späteren Jahren reduziert sich der Betrag. So soll dem in den ersten Jahren stark sinkenden Vermögenswert Rechnung getragen werden. Die degressive Abschreibung ist Vergangenheit. Bis Ende 2022 war sie für Gewerbetreibende eine interessante Alternative. Diese Möglichkeit wurde für Anlagen, die  nach dem 1. Januar 2023 installiert wurden, abgeschafft. Mit der degressiven Abschreibung ist es möglich, die Steuerlast zu Beginn der Nutzungsdauer stärker zu mindern. Die jeweiligen Prozentsätze sind in der AfA-Tabelle festgelegt.

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Der Bund hat mit Beginn des Jahres 2023 umfassende Steuererleichterungen für PV-Anlagen auf den Weg gebracht. Das macht privat genutzte Anlagen - wie hier z.B. mit Solardachziegeln - noch lukrativer. (Foto: Autarq)

Kann ich die PV-Anschaffung abschreiben, auch wenn ich Förderungen erhalten habe?

Viele Bundesländer, Städte und Gemeinden fördern die Installation von PV-Anlagen mit Geldern oder zinsgünstigen Darlehen. Auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kannst du Zuschüsse beantragen. Dabei ist zu beachten, dass bewilligte Förderungen die Abschreibungssumme mindern. Die Zuschüsse werden von den Anschaffungskosten abgezogen. Hier erfährst du mehr zu den Förderungen für deine Solarlösung.

Kann ich meine PV-Anlage unabhängig vom Finanzamt betreiben?

Die Abschreibung von Photovoltaik kann für Privatpersonen lukrativ sein, ist allerdings auch mit ein wenig Aufwand verbunden. Mit Inkrafttreten des EEG 2023 ist es bei einigen Installationen möglich, den Fiskus ganz außen vorzulassen. Wenn diese Merkmale auf deine PV-Anlage zutreffen, brauchst du sie nicht beim Finanzamt zu melden:

  • Es handelt sich um eine sogenannte Insellösung, die keinen Strom ins öffentliche Netz speist.
     
  • Die PV-Anlage überschreitet nicht die Maximalleistung von 30 kWp bei Einfamilienhäusern oder 15 kWp pro Wohneinheit in Mehrfamilienhäusern und es handelt sich um eine von dir selbst privat genutzte Lösung.

Im zweiten Fall ist trotz Steuerbefreiung eine Anmeldung der Anlage beim Finanzamt notwendig. Ganz ohne Anmeldung lassen sich nur Insellösungen betreiben.

Fazit: Abschreibung PV – Steuern sparen durch Wertverlust

Wie alle Anlagengüter verliert auch eine PV-Lösung über die Jahre an materiellem Wert. Das kannst du für dich nutzen, sofern du eine Solarlösung mit mehr als 30 kWp Leistung betreibst und überschüssigen Strom dem öffentlichen Netz zur Verfügung stellst. Die Art der Abschreibung für Photovoltaikanlagen bestimmst du selbst. Idealerweise lässt du dir von deinem bzw. deiner Steuerberater:in helfen. Seit Januar 2023 dürfen auch die Lohnsteuerhilfevereine Privatpersonen mit PV-Anlagen beraten.

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