Dachdecker Solar: Wie kommen Handwerk und Solardachziegel zusammen? Besuch bei einer Montage-Schulung in Dietzenbach

Johannes_SchmidtJohannes Schmidt
Dachdecker + Solar: Verändert sich das Handwerk

Dachdecker und Solar: Wie verändert sich das Handwerk? (Bild: Autarq)

Über 100.000 Dachdecker und Dachdeckerinnen, Zimmerer und Zimmerinnen gehen in Deutschland täglich ihrer Arbeit nach. Dass vor allem das Dachhandwerk eine entscheidende Rolle bei der Energiewende spielt, ist ihnen dabei völlig bewusst. Einen allgemein gültigen Fahrplan zur entsprechenden Erweiterung des eigenen Angebots gibt es allerdings nicht. Wie sich Dachdeckerbetriebe fit für die solare Zukunft machen, zeigt ein Besuch in der Autarq Akademie im hessischen Dietzenbach.

Was bedeutet Solar für Dachdecker und Dachdeckerinnen?

Insgesamt zwölf Dachhandwerker und -werkerinnen haben sich am Morgen des 23. Februars dazu entschieden, ihre Baustellen gegen einen Seminarraum bei Frankfurt zu tauschen. Sie alle vereint die Leidenschaft für ihren Beruf und die Frage, wie dieser in Zukunft aussehen mag: 

  • Wie können auch sie vom steigenden Interesse an solaren Lösungen profitieren?
  • Welches Knowhow fehlt in Vertrieb und Technik zum Erschließen neuer Zielgruppen?
  • Und wie bleibt das Dachhandwerk in Zeiten der Solardachpflicht zukunftsfähig?

In der zweitägigen Montage-Schulung werden die Teilnehmenden lernen, welche Rolle Solardachziegel bei der Beantwortung dieser Fragen spielen können und auch, wie die Betriebe ein Dach mit der innovativen Technik decken.

Die Weiterbildung für Dachdecker Solar umfasst Theorie und Praxis.
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Die Weiterbildung für Dachdecker Solar umfasst Theorie und Praxis. (Bild: Autarq)

Dachdecker und Solar: Warum Solardachziegel?

Geht das Angebot herkömmlicher PV-Anlagen für Dachdeckerbetriebe bislang mit einer engen Zusammenarbeit mit Elektriker:innen, Solarteur:innen und anderen Gewerken einher, ermöglichen die Solardachziegel von Autarq ein System, das in Kleinspannung und ohne jedwede Form von Leistungselektronik auf dem Dach auskommt. Für die Teilnehmenden 

macht das die Technologie besonders attraktiv. “Aufs Dach gehören ausschließlich Dachhandwerker:innen. Nur so profitiert unser Handwerk langfristig von der solaren Energiewende”, verkündet Wolf Koronaios, Dachdeckermeister und Lehrverleger bei Autarq. Gemeinsam mit Kursleiter Roger Flores‑Trigo begleitet der erfahrene Handwerkermeister die zwölf Teilnehmenden auf ihrem weiteren Weg in die Solarbranche.

Welche Lehrinhalte zu Solar werden Dachdecker:innen vermittelt?

Bevor die Teilnehmenden jedoch am Modell, einem auf Kniehöhe gelegten Dachstuhl, Hand anlegen, stehen andere Fragen im Vordergrund. Denn schnell wird klar, dass ein Lehrgang wie dieser einen technischen Rahmen liefert, die Erweiterung des eigenen Angebots jedoch deutlich weiterreicht. Welche Förderungen erhalten Bauherr:innen? Wieviel Stromverbrauch hat eine Familie in zehn Jahren? Die teilnehmenden Betriebe müssen die Technologie in Zukunft nicht nur fehlerfrei montieren können, sondern im ersten Schritt ein erfolgreiches Kundengespräch führen. Betriebe, die PV-Anlagen anbieten möchten, müssen hier dementsprechend beraten können. 

Fragen, die sich die Endverbrauchenden zum Produkt, der Planung und Kostenkalkulation stellen, müssen sattelfest beantwortet werden können. Von der bedarfsgerechten Dimensionierung der PV-Anlage bis hin zur Erstellung eines indikativen Angebots steht Autarq unterstützend zur Seite. Das gesamte Spektrum der erforderlichen Kenntnisse müssen sich die Betriebe jedoch darüber hinaus aneignen. In welcher Form die PV-Anlagen letztlich ihren Weg in das Portfolio der Teilnehmenden finden, liegt bei den Betrieben selbst.

Berufsstand mit Tradition: Wolf Koronaios teilt seine Erfahrungen mit Kollegen und Kolleginnen.
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Berufsstand mit Tradition: Wolf Koronaios teilt seine Erfahrungen mit Kollegen und Kolleginnen. (Bild: Autarq)

Wie setzen Dachdecker:innen Solar praktisch um?

Ist ein erstes Richtpreisangebot mit den Bauherr:innen abgestimmt, kann die konkrete Planung des Dachs beginnen. Im Kurs erfahren die Teilnehmenden, wie aus einem Aufmaß der Bauplan für ein Solardachziegel-System entsteht. Sind diese logistischen Fragen geklärt, kann bereits am Ende des ersten Tages die Montage der Solardachziegel erlernt werden. 

Der Wissensstand der Teilnehmenden reicht dabei von Betrieben, die bereits erste Projekte mit dem System abgeschlossen haben, bis zu Anwesenden, die heute zum ersten mal mit der Technologie in Berührung kommen. Sie alle eint die gemeinsame Sprache ihres Handwerks. “Der praktische Teil des Lehrgangs war für mich und meine Mitarbeitenden besonders spannend”, berichtet Coletta Giltz, Dachdeckermeisterin aus Xanten. “Auch wenn wir bereits eine erste Baustelle mit den Solardachziegeln und der Unterstützung eines Lehrverlegers gemeistert haben, war es erneut aufschlussreich, die einzelnen Schritte im gemeinsamen Austausch mit Kollegen und Kolleginnen durchzugehen. Jeder einzelne meiner Mitarbeitenden muss schließlich mit dem System vertraut werden, um in Zukunft bestmögliche Ergebnisse zu liefern.” Schrittweise werden die einzelnen Phasen zunächst theoretisch erläutert und dann praktisch am Modell gezeigt. Jeder der Teilnehmenden führt dabei jeden Schritt der Montage händisch durch und hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Am zweiten Tag werden diese Prozesse wiederholt und vertieft.

Wie geht es für die Dachdecker:innen in Sachen Solar weiter?

Am Nachmittag des zweiten Tages ist der für Viele wegweisende Lehrgang bereits wieder vorbei. Was bleibt, ist die Leidenschaft der Teilnehmenden für ihren Beruf und die Vorfreude darauf, in naher Zukunft ein erstes eigenes Projekt mit den Solardachziegeln zu starten. So einfach wie die Arbeit mit der neuen Technologie gestaltet sich der Einstieg ins PV-Geschäft für die teilnehmenden Betriebe aber nicht. 

“Das Autarq System ist so entwickelt, dass eine zweitägige Schulung und ein erstes Projekt mit Unterstützung vor Ort genügen, um hier dauerhaft gute Ergebnisse zu erzielen. Ich sehe aber auch, dass viele weitere Kompetenzen im Vertriebsprozess dazu gehören. Hier muss jeder Betrieb für sich selbst entscheiden, wie er diese in Zukunft abdecken möchte”, fasst Thomas Muschelknautz, Zimmermeister aus Laudenbach, die letzten 48 Stunden zusammen.

Die solare Zukunft Deutschlands beginnt im Handwerk der Dachdecker und Dachdeckerinnen.
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Die solare Zukunft Deutschlands beginnt im Handwerk der Dachdecker und Dachdeckerinnen. (Bild: Autarq)

Bei der Verlegung der ersten Projekte ist Autarq mit einem Lehrverleger zur Unterstützung vor Ort. Anschließend werden die teilnehmenden Betriebe als feste Kooperationspartner qualifiziert und können mit der Technik eigenständig arbeiten und so zum aktiven Player der Energiewende werden.

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